Pelvic Congestion Syndrome (PCS) – Beckenvenensyndrom
Das Pelvic Congestion Syndrome (PCS), auf Deutsch auch Beckenvenensyndrom oder Beckenvenenstauungssyndrom genannt, ist eine Erkrankung, bei der es zu chronischen Unterbauchschmerzen durch erweiterte, gestaute Venen im kleinen Becken kommt. Ähnlich wie Krampfadern an den Beinen können sich auch die Venen rund um Gebärmutter und Eierstöcke krankhaft erweitern und das Blut nicht mehr ausreichend zum Herzen zurücktransportieren.
Die Beschwerden bestehen häufig über Monate bis Jahre und werden oft als dumpf, ziehend oder drückend beschrieben. Da die Symptome vielen anderen gynäkologischen Erkrankungen ähneln, wird PCS häufig erst spät erkannt – es zählt zu den wichtigen, aber oft übersehenen Ursachen chronischer Unterbauchschmerzen bei Frauen.
Wichtige Informationen:
Symptome
Das Leitsymptom des Pelvic Congestion Syndrome sind chronische, oft dumpfe oder ziehende Unterbauchschmerzen, die über Monate bis Jahre bestehen können.
- Chronische, meist dumpfe oder ziehende Unterbauchschmerzen (seit über 6 Monaten)
- Verstärkung der Schmerzen bei langem Stehen oder Sitzen sowie während der Menstruation
- Linderung der Beschwerden im Liegen
- Sichtbare Krampfadern im Bereich der Vulva, der Leiste oder an den Oberschenkeln
- Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr
- Rückenschmerzen und ein Gefühl von Schwere im Unterbauch
PCS - was bedeutet es genau?
Beim Pelvic Congestion Syndrome (deutsch: Beckenvenensyndrom oder Beckenvenenstauungssyndrom) funktionieren die Venenklappen der Eierstockvenen (Ovarialvenen) oder anderer Beckenvenen nicht mehr richtig, sodass sich das Blut zurückstaut.
Die Venen erweitern sich dadurch dauerhaft – ähnlich wie bei Krampfadern an den Beinen. Die gestauten Venen können auf umliegende Nerven und Organe drücken und so die typischen chronischen Schmerzen verursachen.
Wer ist betroffen?
PCS betrifft überwiegend Frauen im gebärfähigen Alter, häufig nach mindestens einer Schwangerschaft – während der Schwangerschaft erhöhen sich Blutvolumen und Druck auf die Beckenvenen deutlich, was die Venen dauerhaft schädigen kann.
Auch eine familiäre Veranlagung zu Venenschwäche oder Krampfadern an den Beinen erhöht das Risiko, ebenso wie mehrere vorausgegangene Schwangerschaften.
Wie wird PCS diagnostiziert?
Da es keinen einzelnen, beweisenden Test gibt, erfolgt die Diagnose meist stufenweise. Nach einem ausführlichen Gespräch und einer gynäkologischen Untersuchung kommt in der Regel zunächst eine Ultraschalluntersuchung (transvaginal, ggf. mit Doppler) zum Einsatz, um die erweiterten Venen sichtbar zu machen.
Bestätigt werden kann der Befund durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Venografie, bei der Kontrastmittel in die Venen gespritzt wird, um Blutfluss und mögliche Stauungen genau darzustellen.
Gibt es Risikofaktoren?
Als begünstigende Faktoren gelten unter anderem mehrere vorausgegangene Schwangerschaften, eine familiäre Neigung zu Krampfadern oder Venenschwäche, hormonelle Einflüsse (Östrogen) sowie längeres Stehen im Alltag oder Beruf.
Frequently Ask Questions
Häufig gestellte Fragen in Verbindung mit dem Pelvic Congestion Syndrome.
Wann sollte ich den Arzt aufsuchen?
Generell gilt: Suchen Sie zeitnah Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin auf, wenn Sie unter einem oder mehreren der folgenden Symptome leiden:
- Über mehrere Monate bestehende, dumpfe Unterbauchschmerzen
- Schmerzen, die sich im Stehen verschlimmern und im Liegen bessern
- Sichtbare Krampfadern im Becken- oder Leistenbereich
- Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr
Was geschieht beim Arzt?
Zunächst erfolgt ein ausführliches Gespräch zur Krankengeschichte (Anamnese), gefolgt von einer gynäkologischen Untersuchung.
Wichtig sind unter anderem folgende Punkte:
- Wie und wann treten die Schmerzen auf, wodurch bessern oder verschlimmern sie sich?
- Wie viele Schwangerschaften hatten Sie bisher?
- Sind bei Ihnen bereits Krampfadern an den Beinen bekannt?
- Gibt es familiäre Venenerkrankungen?
Zur weiteren Abklärung folgt meist ein Ultraschall, bei Bedarf ergänzt durch MRT oder Venografie.
Was kann man bei PCS tun?
Es gibt sowohl medikamentöse als auch minimal-invasive Behandlungsmöglichkeiten. Der Behandlungsweg richtet sich nach Schwere der Beschwerden, abgeschlossener oder noch gewünschter Familienplanung sowie dem Befund in der Bildgebung.
Um hier Klarheit zu erlangen, ist die Konsultation einer Fachärztin oder eines Facharztes notwendig.
Ist PCS gut behandelbar?
Ja. Vor allem die kathetergestützte Embolisation gilt als sehr wirksame Standardtherapie: Bei den allermeisten Patientinnen bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen deutlich und anhaltend.